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Von Feiertagen und Ferien

Autor: JuliaWaczynski | Datum: 28 Februar 2017, 18:32 | 1 Kommentare

Im Dezember herrschte Ausnahmezustand in meinem Freiwilligenjahr, denn ich hatte Ferien und daher ein bisschen Zeit verschiedene Dinge zu unternehmen.

Zunächst möchte ich euch von meinen Festtagen berichten, die auch vollkommen anders abgelaufen sind, als Zuhause, aber auch unüblich für meine Gastfamilie. Weihnachtszeit, heißt Familienzeit. Man ist zusammen mit der Familie, meistens im Heimatort der Eltern, isst zusammen und geht zusammen zur Kirche, also kein großer Unterschied zu den Weihnachtsfesten, die ich in Deutschland kenne.

Dieses Jahr hat sich meine Gastfamilie aber dazu entschieden, Weihnachten anders zu verbringen. Meine Gastschwester Khumo und ihr Ehemann, sowie Mma Moyo und ich sind über Weihnachten verreist. Als Gast kam noch Elisa, eine deutsche Freiwillige mit. Für uns ging es in den Norden Botswanas, genauer nach Kasane. Für Khumo und Markus ist es ein sehr besonderer Ort, denn dort haben sich beide verlobt. Für Mma Moyo, Elisa und mich war es auch sehr besonders, denn wir beide waren noch nie dort.

Los ging es früh morgens um ca. 5 Uhr, mit dem Auto. Als wir all das Gepäck und Proviant im Auto verstaut haben, ging es los. Es war interessant während der Fahrt aus dem Fenster zu schauen, denn dort konnte man die unterschiedlichen Landschaften entdecken. Je mehr man in den Norden kommt, umso grüner wird es. Doch was ich besonders beeindruckend fand, nach dem Ort Natal ist es möglich aller Hand Tiere auf oder neben der Straße zu sehen. Und ich rede hier nicht von den gewohnten Ziegen, Kühen und Eseln, nein auf der Fahrt haben wir ein paar Elefanten einfach neben der Straße gesehen, oder eine Antilope, sogar ein paar Giraffen haben wir erblickt. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus, denn für gewöhnlich dachte ich, sieht man so etwas nur im Nationalpark.

In Kasane angekommen haben wir unser Gepäck erstmal in unsere Unterkunft gebracht und haben dann die nächsten Wochen geplant. Da Khumos und Markus Lodge direkt am Choberiver war, bot es uns viele Möglichkeiten die verschiedensten Dinge zu unternehmen. Es war ziemlich komisch für 5 Tage einmal komplett aus der Rolle als Freiwillige herauszuschlüpfen und als Touri vor Ort zu sein. So konnten wir uns einen Gamedrive und eine Bootstour über den Choberiver nicht verkneifen und staunten nicht schlecht, als wir unzählige Elefanten entdeckten. Dabei haben wir gelernt, dass es in ganz Botswana ca. 400.000 Elefanten gibt und es somit mehr Elefanten in dem Land gibt als Einwohner.

Auch Weihnachten verbrachten wir völlig untypisch, aber für mich war es ganz gut, denn dadurch vermisste ich Weihnachten nicht ganz so sehr, denn irgendwie machte sich das Gefühl von Weihnachten bei mir  nicht bemerkbar. Bei 35-40 Grad ist es auch irgendwie komisch Weihnachten zu feiern. Trotzdem machten wir uns einen schönen Tag und gingen am Abend des 24. Dezembers lecker Essen. Dabei durfte eine kleine Bescherung nicht fehlen. Da in Botswana Weihnachten am 25. Dezember gefeiert wird, wiederholten wir das Essen und gehen auch am 25. Nochmal aus.

Die 5 Tage fühlten sich wirklich wie Urlaub an und es war schön diesen mit meiner Gastfamilie verbringen zu können bzw. ich bin sehr froh, dass ich sie begleiten konnte. Es war schön einen anderen Ort zu sehen, der viel grüner ist als Gaborone und dazu noch so viele Tiere bietet, denen man überall begegnen kann.

Es war aber auch schön, wieder Heim zu kommen. Es wartete der Jahreswechsel auf uns. Diesen Feierten wir mit Verwandten und Bekannten bei Khumo zuhause. Khush, Khumo und ich standen den Abend in der Küche und kochten gemeinsam das Essen für den Abend. Um 12 Uhr ging es dann in den Vorgarten, wo die unterschiedlichen Raketen entzündet wurden. Und so stand ein neues Jahr vor der Tür, welches ich weit weg von meiner Heimat verbringe und welches noch so einige Überraschungen für mich bereithalten wird, da bin ich mir sicher!

Ich habe die freie Zeit außerdem genutzt, um noch ein bisschen Zeit mit der lieben Melanie zu verbringen, die ihr Auslandssemester hier in Botswana gemacht hat und die ich durch die VEM kenne, da sie mal Freiwillige in Ghana war. Gemeinsam kletterten wir auf den Kgale Hill, der nicht weit weg von Mogoditshane ist, er liegt direkt in der Nähe der Game City Mall. Als wir vor dem Kgale Hill standen dachte ich mir noch, dass ich das mit Links machen werde. Naja einige Minuten später, als wir dann wirklich los gelaufen sind, schäme ich mich für die Selbstüberschätzung denn mein Kopf wechselte seine Farbe schlagartig und so würde man ihn von einer Tomate kaum unterscheiden können. Außerdem wirkte Melanie neben mir wie eine Professionelle Wanderin, die den Berg auch im Schlaf hochklettern könnte. Ich habe mich bemüht hinterher zu kommen und letztendlich haben wir es doch noch bis nach ganz oben geschafft. Die Qualen haben sich gelohnt, denn wir hatten einen super schönen Ausblick. Dabei bemerkten wir, wie grün das Land dank den Regen geworden ist. Wären wir zu Beginn meines Jahres hier Hoch geklettert, würde alles nur braun und grau aussehen, da zu diesem Zeitpunkt noch alles trocken war.

In den Ferien habe ich mich auch oft mit Doris getroffen und habe ihre Gastfamilie besser kennengelernt. Doris lebt in einer, im Vergleich zu meiner Gastfamilie, sehr riesigen Familie. Mma und Rra Mosime kannte ich schon aus der Kirche, doch nun habe ich beide noch einmal besser kennengelernt. Zu der Familie Mosime gehören 4 Töchter, die 5 Söhne haben, ihr könnt euch also vorstellen, wenn alle zusammen kommen ist ganz schön was los. Ich erinnere mich noch gerne an unseren ersten Ausflug zurück. Mma und Rra Mosime haben mehrere Farmen und eine davon liegt in der Nähe von Gabane, genau zu dieser ging es. Am Abend haben Doris und Lady (Doris jüngste Gastschwester) und ich gemeinsam Brot gebacken und Fatcakes für das Frühstück am nächsten Tag gemacht. Früh morgens, das heißt um 6 ging es mit zwei Autos los. Auf die Ladefläche wurden Schaufeln und weiteres Gartenwerkzeug, sowie ein Grill gepackt. Natürlich durfte auch die Verpflegung nicht fehlen. Angekommen auf der Farm fingen wir direkt an zu Arbeiten. Einige bereiteten das Feuer vor, um Wasser für den Tee zu kochen und andere hackten Bäume und wieder andere schleppten die abgehackten Bäume zu bestimmten Stellen. Ziel war es die verwachsene Farm frei von all dem Gestrüpp zu bekommen, sodass man Dinge anbauen kann. Es war, obwohl es ja eigentlich Arbeit war, einfach nur schön. Sogar die kleinen Kids haben mitgeholfen und haben versucht schwere Äste zur Seite zu bringen. Gemeinsam tranken wir dann Buschtee mit Milch und Zucker und aßen die selbst gebackenen Brote und Fatcakes. Wir haben viel zusammen gelacht und nach einer kurzen Pause ging es wieder ans Arbeiten. Zwischendurch hat es immer wieder angefangen zu regnen. Ab und zu haben wir uns alle ins Auto gequetscht und uns vor dem Regen geschützt, bis dieser wieder weniger wurde. Um den Tag perfekt abzuschließen wurde natürlich noch gegrillt. Auch das wurde zu einer witzigen Angelegenheit, denn Jimmy, eines der Kinder dachte wir brauchten das Fleisch um Stew zu machen und schnitt dieses  in klitze kleine Stücke, sodass seine Mutter große Mühe hatte zu verhindern, dass diese Stücke in den Grill fallen. Über dem Feuer wurde Phaletshe zubereitet, welches aus Maismehl und Wasser gemacht wird und ist ungefähr als klebrige weiße Masse zu beschreiben, welche ich irgendwie ziemlich lecker finde und zusammen mit gegrilltem Fleisch ist es ein Traum. Kurz nachdem wir das Kochen beendet haben, fing es an wie in Strömen zu regnen und wieder wurde sich ins Auto gequetscht und dort gespeist. Ich konnte vor Lachen kaum essen, denn wir saßen mit 9 Leuten im Auto und keiner konnte sich richtig bewegen, doch trotzdem gehört dieser Moment zu einer meiner schönsten und witzigsten Erinnerungen. Der Rückweg gestaltete sich als ziemlich Herausfordernd, denn wenn es hier Regnet ist es oft ziemlich heftig und es ist nicht selten, dass die Straßen unter Wasser stehen und sich kleine Seen bilden. Aus einer Strecke die in 10 Minuten zu schaffen war wurde eine 30 Minütige Autofahrt, bei der wir oft bibberten, da wir Angst hatten, dass Wasser ins Auto kommt, da die Pfützen sehr tief waren. Naja nicht alle hatten Angst, denn die Kids machte dieser Zustand ziemlich glücklich. Sie grölten aus dem geöffneten Fenster und lachten sich die ganze Fahrt über schlapp. Als ich irgendwann Zuhause war und meiner Gastmutter von diesem Tag erzählte, sagte sie das an diesem Tag ja wirklich alles schief gelaufen sei und es ihr leid täte… Doch wenn ich so darüber nachdenke, war es einer der schönsten Tage die ich erlebt habe in den letzten Monaten und mein Bauch schmerzte, da wir gemeinsam so viel gelacht haben. Es war ein schöner Ausflug und ich hoffe sehr, dass wir es bald wiederholen können.

 

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Kommentare

  1. 1. Justice  |  28 Februar 2017, 19:34

    Es ist immer erfrischend, alles über Ihre Abenteuer zu lesen, und schöne Zeiten verbrachten mit Ihrer Familie während dieser Freiwilligenarbeit. Abgesehen von all den interessanten Sachen, fühle ich mich, ich nehme nach Hause Nachricht vor allem aus dem letzten Teil deines Schreibens. Es lohnt sich, durch die Qual zu gehen, und genießen Sie die Begünstigten, die in der Folge kommt. Kein Schmerz kein Gewinn. Ich freue mich darauf, mehr von deinen Erfahrungen zu lesen. Bleib gesegnet!!!!
    Warten, um Bilder zu sehen, bitte !!!!

 

 

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